Objektiv gesehen:
1. Seit dem vergangenen Jahrhundert ist die Zusammenstellung der
Schokolade in Belgien gesetzlich festgelegt.
2. Die Schokolade wird in Belgien auf 18-20 Mikron verfeint, was
unter der Empfindlichkeit der Geschmacksknospen der Zunge liegt.
3. Die belgischen Pralinen aus bester belgischer Schokolade mit
feinen und abwechslungsreichen Füllungen sind eine Delikatesse,
die in allen Ländern geschätzt wird.
11.
Weshalb ist die Schokolade von Belcolade so gut?
- Die
Belcolade Schokolade enthält nur die edelsten Rohstoffe und wird
in Maschinen zubereitet, die den Geschmack der echten belgischen
Schokolade wahren.
- Belcolade produziert nur für Fachleute und verpflichtet sich
dazu, nur kakaoabkömmliche Fette zu verwenden.
- Die Marke Belcolade wird nur in Belgien hergestellt.
Deshalb hat die Belcolade Schokolade einen besonderen, eigenen
Geschmack.
12.
Weshalb ist die Belcolade Schokolade vom breiten Publikum
unbekannt?
Belcolade stellt keine fertigen Endprodukte für den Verbraucher
her, um nicht mit seinen eigenen Kunden, den
Schokoladenherstellern, Pralinenherstellern und Konditoren in
Konkurrenz zu stehen.
Belcolade richtet sich ausschließlich an professionelle
Benutzer, die die Belcolade Produkte verwenden und sie zu
köstlichen Spezialitäten für ihre Kunden, die Endverbraucher,
verarbeiten.
13. Was
bedeutet "% Kakao" auf der Verpackung?
Der
Prozentanteil Kakao, der auf bestimmten Schokoladenpackungen
ausgewiesen wird, informiert Sie über den Anteil der
Schokoladenmasse, der zur Herstellung der besagten Schokolade
verwendet wurde.
Beispiel: Kakao 75 % bedeutet, dass diese Schokolade 75 %
Kakaomasse enthält.
14. Wie
wird zuckerfreie Schokolade hergestellt?
Um
zuckerfreie Schokolade und vor allem Schokolade ohne
Zuckerzusatz herzustellen, muss der Zucker durch eine Zutat
ersetzt werden, die weniger Kalorien enthält und das vom Zucker
eingenommene Volumen kompensiert. Maltitol eignet sich bei
Schokolade am besten hierzu, da es hinsichtlich der Süßkraft
Zucker sehr ähnlich ist, aber keinen Nachgeschmack hinterlässt.
Maltitol ist außerdem hitzebeständig und nimmt kein Wasser auf,
was bei Schokolade ausschlaggebend ist.
15. Was
ist Maltitol?
Maltitol
ist ein Polyol (Zusatz der Kategorie Süßungsmittel E965), d.h
ein Zuckeralkohol. Es wird aus dem Disaccharid Maltose gewonnen.
Seine Süßkraft entspricht in etwa der des Zuckers (80 bis 90%),
während sein Kaloriengehalt bei 2,4Kcal/g gegen 4Kcal/g bei
Zucker liegt.
16. Was
ist Lezithin und weshalb wird es der Schokolade beigefügt?
Lezithin
ist ein Emulgator (Zusatz E322). Die Schokolade ist ein Produkt,
das aus zwei Phasen besteht: die Fettphase (Kakaobutter und
Milchfett) und die feste Phase (Zuckerpartikel, Kakao und Milch).
Das Lezithin fördert den Kontakt zwischen den zwei Phasen und
trägt zur Homogenität der Mischung bei. Dieser Emulgator wirkt
daher auch auf die Reduzierung der Viskosität. Lezithin
beeinflusst ebenfalls die Freisetzung der Aromen. Der Geschmack
einer lezithinhaltigen Schokolade hält länger im Mund an,
während eine Schokolade ohne Lezithin einen intensiven
Geschmackshöhepunkt erreicht, der gleich danach ablauft.
Eine lezithinfreie Schokolade ist schwieriger zu bearbeiten, da
sie weniger homogen ist und mehr Luft enthalten kann, was an der
Produktoberfläche zu Löckerbildungen führt.
17. Wie
lange hält sich Bitter-, Milch- und weiße Schokolade?
Wird die
Schokolade bei Temperaturen zwischen 16 und 20°C und bei maximal
65% Luftfeuchtigkeit aufbewahrt, hält sich Bitterschokolade 12
Monate, Milchschokolade 9 Monate und weiße Schokolade 6 Monate.
Dabei spielen die Art der Schokolade, ihr Zustand zu Beginn der
Aufbewahrung, die Verpackung, die Lagerumstände und das
Endprodukt eine ausschlaggebende Rolle. Deshalb hängt die
Lagerzeit einer Schokolade, die mit einem anderen Produkt in
Kontakt ist (Pralinenfüllung, Cake, ...), vor allem von den
Vorgaben dieses anderen Produktes ab.
18. Was
ist fat bloom oder Fettreif?
Fettreif
entsteht durch die Kristallisierung der Kakaobutter an der
Schokoladenoberfläche. Er verleiht der Schokolade ein weißes
Aussehen. Der Grund dieses Aspekts kann eine falsche
Temperierung sein. Die Temperierung ist eine wichtige Etappe, in
der das Kakaobutterkristall seine stabilste Form annimmt. Bei
einer schlechten Ausführung dieses Vorgangs kommt es vor, dass
die Kakaobutter sich mit der Zeit zu einer stabileren Form
neukristallisiert. Fettreif entsteht ebenfalls infolge einer
Lagerung unter schlechten Temperaturverhältnissen. Wenn die
Schokolade bei zu hohen und vor allem erheblich schwankenden
Temperaturen gelagert wird, schmilzt die Kakaobutter teilweise
und kristallisiert sich an der Oberfläche neu. Hierbei ist zu
bemerken, dass die Schokolade auch Fettreif aufweisen, der aber
nicht so schnell auftritt, wenn die Temperierung ordnungsgemäß
verlaufen ist und die Lagervoraussetzungen respektiert werden.
Fettreif verschwindet, wenn die Schokolade leicht erhitzt wird,
und beeinträchtigt in keiner Weise die Verwendung der Schokolade.
Sobald die Schokolade neugeschmolzen ist, kann sie erneut für
alle Anwendungen gebraucht werden und ist vorbehaltlos
verzehrbar.
19. Was
ist Zuckerreif?
Zuckerreif ist weniger geläufig und entsteht, wenn die
Schokolade Feuchtigkeit ausgestellt wird. Zucker löst sich
besser in Wasser als in Fett, d.h. der Kakaobutter. Wenn er
Feuchtigkeit ausgesetzt ist, löst der Zucker sich auf,
kristallisiert sich erneut an der Oberfläche und bildet eine
weiße Schicht. Zuckerreif verschwindet nicht, wenn die
Schokolade erhitzt wird, und verleiht der Schokoladenoberfläche
einen rauen Aspekt. Zuckerreif ist schlechter als Fettreif, weil
die Schokolade nicht mehr gebraucht und manchmal sogar nicht
mehr geschmolzen werden kann.
20. Wie
schmelzt man Schokolade (in der Küche)?
Die
klassische Methode ist das Wasserbad. In einem Kessel wird
Wasser erhitzt (auf rund 55°C), in das ein Behälter mit der
Schokolade eingetaucht wird. Es ist darauf zu achten, dass
einerseits zu diesem Zeitpunkt kein Wasser in die Schokolade
gelangt und dass andererseits gleichmäßig gerührt wird. Die
modernere Methode ist der Mikrowellenherd. Die Schokolade kann
zu 3/4 sehr langsam und stufenweise geschmolzen werden. Zwischen
den Etappen muss sie gut umgerührt werden, um zu verhindern,
dass sie anbrennt. Das ist besonders delikat, weil man die
Erhitzungsstärke seiner Mikrowelle genauestens kennen muss (mittlere
Stufe oder sogar Auftaufunktion). Manchmal sind vorherige
Probeläufe ratsam. Dann wird das restliche Viertel Schokolade
hinzugefügt, das mit der Resthitze der bereits geschmolzenen
Schokolade schmilzt. Die Schokolade ist somit nahezu temperiert
und hat einen glänzenden Aspekt.
21. Die
Herkunft des Criollo- und Forastero-Kakaos
Der
Kakaobaum (Theobroma cacao L.) stammt aus dem oberen
Amazonasgebiet.
Die Mayas waren die ersten, die diesen Baum domestizierten und anbauten.
Aufgrund der abgeschotteten Lebensweise der Bevölkerungen haben sich zwei Kakaoarten als Unterarten entwickelt.
Die erste Unterart wird Criollo genannt und entspricht der Unterart "cacao". Sie hat sich in Zentralamerika und im Norden Kolumbiens ausgebreitet.
Die zweite Unterart ist unter der Bezeichnung Forastero bekannt. Sie entspricht der Unterart "sphaerocarpum", die sich in zwei Gruppen aufteilt: der Forastero des Oberamazonas, der aus den oberen Gebieten des Amazonaszuflusses stammt, und der Forastero des Niederamazonas, welcher in Guyana wächst.
Der Criollo-Kakao wurde von den Spaniern den Äquator entlang bis zu den Karaiben, Indonesien, Java, den Philippinen und Malaysia transportiert (wo die lokalen Hybride noch vom großen Einfluss des Criollo zeugen). Der brasilianische Forastero wurde seinerseits von den Portugiesen nach Westafrika importiert. Diese 'Migrationen' hatten zur Folge, dass sich die Kakaoarten und -qualitäten exponentiell vervielfältigt haben.
Die Rückverfolgung der Herkunft der Arten Criollo und Forastero und auch ihrer Unterart Trinitario ist aufgrund der zahlreichen Kreuzungen, die im Laufe der Zeit sowohl absichtlich als auch auf natürliche Weise erfolgt sind, kaum mehr möglich. Die Pflanzen sind von einer Region in die andere und umgekehrt transportiert worden, sodass die Vorherrschaft eines besonderen Genotyps in einer spezifischen Region nicht mehr festzustellen ist. Der Forastero-Kakao hat sich weltweit schnell in allen Regionen des Kakaoanbaus ausgedehnt, auch wenn einige wesentliche Ausnahmen zu verzeichnen sind: Venezuela, kleine äquatoriale Zonen, gewisse Regionen Chiapas, Mexiko, Nikaragua und die Berge von Belize. Immer mehr Kleinbauern haben sich trotz der geringeren Qualität des Forastero für dessen Anbau entschieden, der viel widerstandsfähiger gegen Krankheiten ist, was den Reiz der Herkunft und der Art erheblich reduziert.
Diese Entzweiung wurde
später durch die Fortschritte der Herstellungsverfahren weiter
verstärkt. Dem Niederländer Conrad Van Houten ist es im Jahr
1828 gelungen, die Kakaobutter von den Trockenteilen des Kakaos
zu trennen, wodurch die Bestandteile einer Bohne getrennt und
der Inhalt manipuliert werden konnte. Dann gelang es ihm, das
Kakaopulver einer alkalischen Behandlung zu unterziehen, mit dem
Ziel, seine Mischfähigkeiten zu erhöhen. Dadurch wurden jedoch
auch die Stammeigenschaften des Kakaos zunehmen geschwächt. Zur
gleichen Zeit wurden der Schokolade Trockenteile der Milch
beigefügt, was die Bestimmung der Herkunft zusätzlich erschwerte.
Dennoch haben es hervorragende Chocolatiers weiterhin einen
Großteil der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts
vorgezogen, Bohnen besserer Qualität zu verarbeiten. Erst als
die Massenproduktion eingeführt wurde, geriet die Herkunft
sozusagen in Vergessenheit. Die direkten Vorteile der
einheitlichen Produkte und die Geheimhaltung der
Herstellungsverfahren, welche durch den unerbitterten
Konkurrenzkampf unerlässlich war, haben die willentliche
Anonymität der Schokolade zur Folge gehabt. Der Ruf der Marke
hat die Bedeutung der Region übertrumpft, da die Herkunft der
Schokolade einem immer größeren Verbraucherpublikum verschwiegen
wurde.
Erst vor Kurzem sind sich die Chocolatiers wieder der Überlegenheit spezifischer Kakaoherkünfte bewusst geworden und haben die Herstellung von Schokoladen einer einzigen Herkunft bevorzugt. Anhand nachstehender Tabelle können verschiedene komplexe Arten- und Herkunftsmischungen eingestuft werden. Die genetischen Grenzen zwischen den Arten sind jedoch selbst innerhalb eines selben und einzigen Anbaus undeutlich. Die Bäume gleicher Herkunft (im engsten Sinne des Begriffs) sind nahezu allesamt Kreuzungen. In der Tabelle wird daher nur der dominante Stamm an einem bestimmten Ort und je nach den eventuellen Variationen angeführt.
| Venezuela | Criollo & Criollo/Trinitario |
| Ecuador | Forastero* |
| Brasilien | Forastero |
| Mexiko | Forastero |
| Grenada | Forastero |
| Trinidad | Forastero |
| Elfenbeinküste | Forastero |
| Ghana | Forastero |
| Nigeria | Forastero |
| Madagaskar | Trinitario |
| Java | Criollo/Trinitario |
| Sulawesi | Forastero |
| Neuguinea | Trinitario |
| Malaysia | Forastero |
* Der Arriba-Kakao aus einer Region Ecuadors wird zwar als Forastero klassifiziert, wird aber sehr für seine aromatischen Eigenschaften geschätzt.
22. Was
bedeutet VEREDELN?
Um die
angebaute Kakaoart einer Kakaoplantage durch eine andere zu
ersetzen, muss "lediglich" die alte Kakaoart mit der gewünschten,
neuen Kakaoart veredelt werden.
Diese Veredlung wird auf einem jungen Baumstamm so nahe wie möglich am Boden durchgeführt, um zu vermeiden, dass Kakaoschoten der Kakaoart, die ersetzt werden soll, wieder am Baumstamm anwachsen.
Drei Techniken sind möglich:
1. Eine Technik besteht
darin, eine Knospe zu entnehmen, mit der ein Blatt an den Ast
befestigt wird. Bei der Entnahme der Knospe wird auch ein Teil
der Rinde abgeschnitten, die unter die Rinde des Astes, der
veredelt werden soll, geschoben wird.
Diese Technik verspricht jedoch keine guten Ergebnisse. Ein
Großteil der Veredelungen schlagen nicht an, wenn nicht schnell
genug gehandelt wird.
2. Eine weitere Technik besteht darin, einen Astteil, welcher
vorher entrindet wurde, an einen entrindeten Teil des zu
veredelnden Astes zu befestigen. Diese Methode verspricht gute
Ergebnisse.
3. Schließlich besteht die Möglichkeit, ein Aststück in den
oberen Teil des zu veredelnden Astes einzufügen.
Da der eingefügte Ast zahlreiche "Knospen" trägt, werden mit
dieser Technik gute Ergebnisse erzielt.
Dank der
Veredelungstechnik ist es möglich, von einer Kakaosorte zur
anderen zu wechseln, die krankheitsresistenter ist, einen
höheren Ertrag oder eine bessere Kakaoqualität erbringt.
23.
Moniliasis
Moniliasis ist eine
Pilzerkrankung, die die Kakaofrüchte befällt.
Ein anderer Pilz, "mancha
negra" genannt, kann durch die Selektion der gepflanzten
Kakaoarten beseitigt werden,
da bestimmte Arten gegen diesen Pilz resistent sind.
Leider ist das für Moniliasis (noch) nicht der Fall.
Es handelt sich
dabei um eine sehr schlimme Infektion, die sich über die
Pilzsporen, die vom Wind getragen werden,
schnell verbreitet.
Auf Costa Rica ist ein Großteil des Kakaoanbaus durch diese Pilzerkrankung zerstört worden.
Auch in Tabasco
hat sie Kulturen befallen, konnte jedoch erfolgreich
bekämpft werden.
Bisher sind nur rund 500 ha der insgesamt 44.000
angebauten Hektare befallen.
Woran erkennt man Moniliasis?
1. Verformung der
Früchte von weniger als 3 Monaten,
2. kaffeefarbene Flecken mit unebnen Rändern auf den
Früchten von mehr als drei Monaten
und/oder eine wässerige Verfaulung der Innenfrucht,
3. vorzeitiger und ungleicher Reifungsprozess,
4. die befallenen Früchte sind mit weißen Puder bedeckt.
Wie wird die
Verbreitung von Moniliasis verhindert?
· Mehr Licht und weniger Schatten in den Kakaoplantagen,
· systematische Entfernung fauler Früchte,
· Einrichtung von Drainagen,
· düngen,
· Plantage erneuern und gut pflegen.
24. Trinitario
Hierfür gibt es unterschiedliche Erklärungen.
Eine hiervon ist,
dass ein Wirbelsturm auf der Insel Trinidad die
Criollo-Kakaobäume zerstört haben soll und dass die neu
angepflanzten Forastero-Bäume mit den überlebenden
Criollo-Bäume Hybride gebildet haben.
Weiter erzählt man, dass eine Hybridpflanze in
Laboratorien geschaffen worden sein soll, die nach dem
Wirbelsturm gepflanzt wurde.
Eine dritte Fassung, die uns in Venezuela zu Ohren gekommen ist, besagt, dass die Insel Trinidad nach einem Wirbelsturm mit Kakaopflanzen aus Venezuela, genauer gesagt aus der Region von Orinoco, wo eine Hybridpflanze zwischen dem Criollo und dem Forastero wuchs, neu bepflanzt worden sei. Dieser Hybride wäre dann anlässlich des Exports ab Trinidad Trinitario genannt worden.
Letztere Erklärung
erscheint uns am glaubwürdigsten.
25. Weshalb werden nur 2 bis 3 % der Blüten auch
tatsächlich Kakaofrüchten?
Für die Bildung von Kakaofrüchten sind die Reaktionen
der Blüten nach der Bestäubung besonders wichtig, da sie
je nach der Herkunft des Pollens entweder Früchte tragen
werden oder nicht.
Die Anpflanzungen werden daher so angelegt, dass diesem
Faktor Rechnung getragen wird.
Wenn der Pollen eines Kakaobaums die Blüten desselben
Baums befruchten kann, redet man von einer "Autokompatibilität"
des Kakaobaums.
Ist der Pollen eines Baums jedoch nicht in der Lage, die
Früchte desselben Baums zu befruchten, spricht man von
einer "Autoinkompatibilität" des Kakaobaums, wobei die
selbstbestäubten Blüten keine Früchte bilden, verwelken
und dann abfallen.
Zwei autoinkompatible Kakaobäume können ihren Pollen
austauschen und sich gegenseitig die Blüten befruchten,
wenn sie "interkompatibel" sind.
Das ist jedoch nicht immer der Fall.
"Autoinkompatible" Kakaobäume sind nämlich nicht immer
untereinander kompatibel. Sie können nämlich "interinkompatibel"
sein.
Abgesehen von solchen Inkompatibilitäten ist dennoch die
geringe Zahl Kakaofrüchte pro Baum (einige Dutzend)
nicht mit den Tausenden Blüten zu vergleichen, die auf
dem Stamm und den Hauptzweigen wachsen. Aber weshalb?
Damit aus einer Blüte eine Frucht wird, muss sie erst
bestäubt werden, d.h. nicht nur von einem
pollentragenden Insekt besucht, sondern auch mit
kompatiblem Pollen bestäubt werden.
Nahezu 60 % der Blüten werden nicht einmal befruchtet.
Sie verblühen einfach und fallen ab.
Andere Blüten wiederum werden nur teilweise befruchtet,
weil die Insekten beispielsweise nicht genügend
kompatiblen Pollen mit sich trugen.
Die Entwicklung der Frucht wird in diesen Fällen zwar
angesetzt, wird aber nicht zu Ende geführt.
Die Frucht verkümmert und stirbt ab. Diese unzureichende
Bestäubung trifft auf eine große Zahl befruchteter
Blüten zu.
Im Allgemeinen entwickeln sich weniger als 5% der
ursprünglich auf dem Kakaobaum entstandenen Blüten zu
Früchten.
Aber auch hier besteht die Gefahr, dass bis zu 90 %
dieser Früchte nicht zu Ende reifen: Sie vertrocknen und
schwärzen noch vor dem 3 Monat. Dieses Phänomen wird auf
Englisch "cherelle wilt" genannt.
Diese Austrocknung der Jungfrüchte, das "wilt", ist ein
vom Baum selbst eingeleiteter Regulierungsmechanismus,
um die Zahl Kakaofrüchte auf eine Zahl zu begrenzen, die
der Baum tragen kann.
Die Kakaofrüchte
sind nach fünf bis sieben Monaten erntereif, solange sie
Hürden wie die Inkompatibilität, unzureichende
Bestäubung, "wilt", Krankheiten und Feinde überstanden
haben.
26. Welche sind die idealen Klimabedingungen für den
Kakaobaum?
Damit sich der Kakaobaum gut entwickeln kann, braucht er
tiefen Boden, dessen pH-Wert zwischen 6 und 7 liegt und
mit einem hohen organischen Materiegehalt an der
Oberfläche.
Dieser Boden muss zwei manchmal widersprüchliche
Eigenschaften vereinen: Einerseits muss er das Wasser
ausreichend zurückhalten, andererseits muss es gut
abführen.
Ein Kakaobaum bevorzugt viel Regen, der vor allem über das ganze Jahr hinweg gut verteilt fallen muss. Ein Regenfall von 1.500 bis 2.000 mm pro Jahr ist positiv, solange die Trockenzeit (weniger als 100 mm/Monat) kürzer als drei Monate ist.
Der Kakaobaum
fühlt sich in einer warmen und feuchten Umgebung am
wohlsten. Saisonbedingte Temperaturschwankungen
beeinflussen das Wachstum und die Entwicklung des
Kakaobaums. Er braucht eine relativ hohe Temperatur bei
einem Durchschnitt von 30 bis 32 °C für die Höchstwerte
und 18 bis 20°C für die Mindestwerte. Die absolute
Mindesttemperatur darf jedoch keinesfalls unter 10°C
sinken.
Diese klimatischen Bedingungen herrschen in der Regel
zwischen dem 20. Breitengrad nördlich und dem 20.
Breitengrad südlich.
27. Die Gärung der Kakaobohnen
Aus der geöffneten Kakaoschote werden die Bohnen und der
Pflanzenschleim rausgetrennt, indem ggf. beschädigte,
schlecht gebildete oder gekeimte und verfaulte Bohnen
entfernt werden.
Die Masse der
frischen Bohnen, die von Pflanzenschleim umgeben sind,
muss ausreichen, um ein luftdichtes Ganzes bilden zu
können. Nur so kann die Gärung stattfinden.
Durch die Gärung bzw. die aufeinander folgenden Gärungen
entstehen im Innern der Masse Substanzen, die für die
künftigen Aromen verantwortlich sind.
Ist die Gärung gut, erreicht die Masse eine Temperatur
von rund 45 °C. Dabei dringen die entstehenden
Substanzen in die Bohnen ein und tragen mit der erhöhten
Temperatur zur Abtötung des Keims bei.
Die anfangs weißlichen (Criollo) oder violetten (Forastero)
Bohnen färben sich allmählich brau.
Bohnen, die einer unzureichenden Temperatur ausgesetzt
sind, gären nicht und verfärben sich schieferblau. Ihr
Geschmack wird dadurch auch beeinträchtigt.
Um dies zu vermeiden, muss die Bohnenmasse regelmäßig
gerührt werden.
In der ersten Phase setzt die Gärung ein.
In der zweiten Phase findet eine Alkoholgärung statt,
die in einer luftdichten Atmosphäre stattfinden muss.
In der dritten Phase muss zur Essigsäuregärung erneut
Luft zugeführt werden.
Die Gärdauer hängt von der Kakaoart ab.
In der Regel beläuft sich die Gärzeit für Sorten des
Typs Forastero und Trinitario auf 4 bis 6 Tage,
wohingegen die Gärung des Criollo nur 2 bis 3 Tage in
Anspruch nimmt.
28. Die Trocknung der Kakaobohnen
Durch die Trocknung der Kakaobohnen stellt sich die
Gärung langsam ein.
Die Umwandlung der Kakaobohnen geht bei der Trocknung weiter, indem sich das Innere der Bohnen weiter bräunlich färbt. Wenn die Bohnen zu schnell trocknen ist der Oxydierungsvorgang unzureichend und bleibt die Acetylsäure in der Bohne verschlossen. Dies führt zu einem überhöhten Säuregehalt, wodurch der Geschmack der künftigen Schokolade beeinträchtigt wird.
Trocknen die Bohnen zu langsam, kann Fäulnis entstehen; trocknen sie zu schnell, entsteht saurer Kakao.
Die Wärmezufuhr muss in den ersten 48 Stunden sanft erfolgen, um die Oxydation zu verlängern.
Sonnengetrocknete
Kakaobohnen weisen einen geringeren Säuregehalt auf als
künstlich getrocknete Bohnen.
29. Was ist der Unterschied zwischen Kakao lavado,
beneficiado, fermentado?
Lavado:
Die Bohnen sind gewaschen, nicht fermentiert (gegärt).
Beneficiado:
Die Kakaobohnen
sind nicht gewaschen und werden 1 bis 2 Tage lang
fermentiert.
Wenn das Trocknen in der Sonne stattfindet, was am
besten ist, erhalten sie eine braune Farbe.
Wenn das Trocknen künstlich vorgenommen wird, erhalten
sie eine violette Farbe.
Auch werden sie manchmal nicht gewaschen und dann in der Sonne oder künstlich getrocknet.
Fermentado:
Früher wurden die
Bohnen für den Criollo ± 3 Tage und für den Forastero
oder Trinitario ± 5 bis 6 Tage lang fermentiert.
Dann wurden sie gewaschen, in der Sonne getrocknet und
mit Kakaobutter bestrichen.
Dies brachte ihnen Glanz und bessere Haltbarkeit.
Heute werden sie 2 Tage lang fermentiert, gut bedeckt, um die Luftzufuhr zu begrenzen.
Dann werden sie fermentiert, wobei sie jeden Tag von Kiste wechseln, und dies weitere 4 bis 5 Tage lang.
Nicht jedoch der
Criollo, der nur 3 Tage insgesamt fermentiert wird.
30. Wie viele Kakaosorten gibt es?
Es gibt 22 erfasste Kakaovarietäten.
Theobroma cacao ist
eine davon.
Theobroma bicolor eine andere.
Die Varietät Theobroma cacao besteht aus 14 Kakaogruppen.
Eine dieser Gruppen ist genetisch sehr homogen, es sind die Criollos.
Die 13 anderen Gruppen variieren genetisch untereinander, es sind die Forasteros.
Die Varietät
Theobroma bicolor wird in Mexiko auch "pataste" genannt
und ist eine kaum angebaute Varietät.
Der Baum ist groß und wird teils in den Kakaoplantagen
verwendet, um Schatten zu spenden.
Es muss beachtet werden, dass die Kakaofrucht des "pataste" am Ende der Zweige wächst, und nicht am Baumstamm, wie es beim Theobroma cacao der fall ist.
Und außerdem ist
die Hülle hart. Ihre Konsistenz gleicht der einer
Kokosnuss.
Die Bohnen sind größer und flacher als die des "cacao".


Durchgeschnitten
31. Qualitäten und Kategorien von Kakao
Die Qualität
Für den Weltmarkt
wird die Kakaoqualität in 3 Kriterien aufgeteilt:
- Der Wassergehalt, der 7% betragen muss
- Die Körnung (Anzahl der Bohnen pro 100 Gramm) muss
mindestens 100 Bohnen betragen
- Der Schneidetest (Cut-Test) zur Bestimmung des
Gärungsgrads (Farbe der Bohnen) und der Anzahl an
Fehlern, wie verschimmelte, angefressene Bohnen …
Aber die
aromatische Qualität wird weder gemessen noch anders
angegeben.
Die Kategorien
Auf dem Weltmarkt
werden die Kakaolose in 3 Kategorien unterteilt:
- Der "Bulk" oder Konsumkakao. Er hat einen Marktanteil
von 90% und wird zu den Kursen verkauft, die an den
Börsen von New York oder London definiert werden.
- Der Edelkakao. Ein Komitee der ICCO (International
Cocoa Organization) definiert Quoten, die mehr das
Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage als die
wirkliche aromatische Qualität des Kakaos
berücksichtigen. Diese Kakaos können bis zum Doppelten
des Marktkurses verkauft werden.
- Die seltenen oder Originalkakaos. Sie sind sehr
begehrt und werden auf dem Markt einzeln und zäh
ausgehandelt.
Die Erzeuger von Bulk
Der Bulk-Kakao wird auf den 3 Kontinenten erzeugt:
- Afrika erzeugt 70% des Weltbedarfs, wobei alleine die
Elfenbeinküste im Jahr 2002/2003 1.405.000 Tonnen
anbaute: dies ist weltweit die größte Produktion, wobei
Ghana (736.000 Tonnen) den besten Bulk anbietet, der
über Kurswert verkauft wird.
- Asien
kommerzialisiert vor allem "Butter"-Kakaos für die
Extraktion des Kakaobutters. Indonesien erzeugt 415.000
Tonnen, unter Kurswert verkauft (außer Java, wo der
Kakao selten ist), und in Malaysia ist die Produktion
rückläufig.
- Lateinamerika ist der Bulk-Erzeuger der USA, worunter
Brasilien: mit 163.000 Tonnen, aber mit großem
Produktionsrückgang wegen der Kontamination durch "Witches
Broom" (Hexenbesen), Mexiko und der Sanchez-Kakao der
Dominikanischen Republik (was 80% der Produktion dieses
Landes entspricht).
Die
Erzeuger von edlem und seltenem Kakao
In der Welt des Kakaos ist man der Ansicht, dass edler
und seltene Kakao aus bestimmten Ursprungsländern kommt.
Dies sind von West nach Ost:
- Ecuador mit der Varietät Nacional (nur 30% der Landesproduktion), der für seine blumigen Noten bekannt ist: das famose "Arriba-Aroma". Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn es kann Mischungen mit weniger aromatischen Varietäten wie dem CCN 51 geben. Der Markt kennt nur die Kategorien (SSS, SS etc.), ausschließlich gründend auf der Körnung und der Anzahl an Fehlern, und nicht auf der aromatischen Qualität.
- In Venezuela wird in 2 Regionen auf 8 Edelkakao angebaut. Diese sind Puerto Cabello mit den Dörfern Chuao, Choroni und Ocumare, und Sur del Lago, mit den Kakaosorten Porcelana, eine Criollo-Kultur, typisch für nur diese venezuelanische Region, charakterisiert durch runde Honig-, Karamell- oder gar frische Haselnussaromen.
- Karibische Inseln: alle Inseln von Trinidad bis Kuba bauen Kakao mit Noten von Tabak, Holz und trockenen Früchten an. In der Dominikanischen Republik wurde ungegärter Kakao produziert, bis man sich vor einigen Jahren über das Potenzial bewusst wurde, welches in den Varietäten und dem den benachbarten Inseln identischen Anbaugebiet lag. Heute vermarktet dieses Land 20% seiner Produktion in gegärten "Hispaniola"-Kakao.
- Der Archipel von Saõ Tomé und Principe ist der Ort, über den der Kakao im Jahre 1822 nach Afrika gelangte. Dort findet man noch heute alte Forastero Amelonados, die ein subtiles Kakaoaroma hervorbringen.
- Madagaskar ist berühmt für den wenig sauren und fruchtigen Kakao des Sambirano-Tals. Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot, weshalb selbst normale Kakaos von dort als Edelkakaos verkauft werden.
- die Insel Java in Indonesien wird mit altem Criollo bepflanzt, sehr geschätzt für die torfigen oder würzigen Noten, die bis zum dreifachen Marktwert verhandelt werden können.
- Papua-Neuguinea
verfügt über vulkanische Böden, die sich für die
Produktion von Edelkakaos eignen, ähnlich dem von Java.
32. Schokolade ohne Zuckerzusatz & Schokolade ohne
Zucker
Was verwendet man anstelle von Zucker?
In den meisten Schokoladensorten wird Zucker zum Süßen
und als Füllmittel verwendet.
- Der Zucker (chemisch als Saccharose bekannt) hat einen
ausgeprägt süßen Geschmack. Die süßende Wirkung der
Saccharose wird oft als Standard mit einem Wert von 100
verwendet.
- In einer typischen Zusammensetzung von Schokolade
liegt der Prozentsatz an Zucker zwischen 30 und 55%.
Dies trifft sowohl auf Zartbitter- und Milchschokolade
als auch auf weiße Schokolade zu. Dieser hohe
Prozentsatz erfordert, dass der Zucker ein bedeutendes
Füllmittel bildet.
In der Schokolade
No Sugar Added (NSA) (Schokolade ohne Zuckerzusatz) wird
der gesamte Zuckerzusatz durch Maltitol ersetzt.
Maltitol ist ein Polyol. Es wird auch in Kristallform
verwendet und hat eine Süßkraft, die sehr nahe an der
des Zuckers liegt (Süßkraft von 90). Da sehr viele
andere Eigenschaften mit dem des Zuckers identisch sind
(wie Hygroskopizität, Festigkeit…), verwenden wir es in
denselben Verhältnissen wie Zucker.
Unterschied zwischen ohne Zucker und ohne Zusatz von
Zucker
Zucker gehört zur chemischen Gruppe der Kohlenhydrate.
Zur selben Gruppe gehören Maltose, Glucose, Fructose,
Lactose usw. Mono- und Disaccharide werden als Zucker
betrachtet.
è Auf Grundlage
der EU-Gesetzgebung darf ein Produkt nur dann als "ohne
Zucker" bezeichnet werden, wenn es weniger als 0,5 g
Zucker pro 100 g des Produktes enthält.
Dieser Zucker muss natürlich in den Zutaten vorhanden
sein. Vollmilchpulver z.B. enthält ca. 38% Lactose.
Kakaomasse enthält sehr wenig Zucker (max. 0,5%).
Für ein besseres Verständnis muss man den Unterschied
zwischen Zartbitter-, Milch- und weißer Schokolade
verdeutlichen. Nachstehende Tabelle zeigt die
hauptsächlichen Bestandteile jeder Schokoladensorte.
| Zartbitter | Milch | Weiß | ||
| Kakaomasse | X | X | Enthält sehr wenig Zucker (<0.5 %) | |
| Kakaobutter | X | X | X | Enthält Fett |
| Zucker | X | X | X | Enthält Zucker |
| Milchpulver | X | X | X | Enthält Lactose (ein "Zucker") |
Milch- und/oder
weiße Schokolade ohne Zuckerzusatz dürfen nicht ohne
Zucker bezeichnet werden, da der vorhandene
Lactosezucker aus Milchpulver stammt
Was geschieht mit den Kalorien?
Der Brennwert von Zucker entspricht ca. 4 kcal/100 g. Maltitol, das langsamer und anders als Zucker verdaut wird, hat einen Brennwert von 2,4 kcal/100 g. Die meisten Kalorien in der Schokolade kommen allerdings vom Fett.
Um eine Angabe zur Verminderung des Brennwerts eines Produkts zu machen schreibt das Gesetz der Europäischen Union eine Verminderung von mindestens 30% der Anzahl an Kalorien im Vergleich zu einem Standardprodukt vor. Für Schokolade ohne Zuckerzusatz ist es nur möglich, ein Produkt mit vermindertem Brennwert zu erzeugen, wenn es mit Stoffen vermischt wird, deren verminderter Brennwert über den gesetzlich geforderten 30% liegt. Siehe nachstehende Tabelle:
| Typische Schokolade mit 35% Fett | Standard | Schokolade ohne Zusatz von Zucker | Unterschied in Kalorien | Unterschied in Kalorien (%) |
| Zartbitter schokolade | 525 Kcal/100g | 440 Kcal/100 g | 85 Kcal | 16% |
| Milch schokolade | 552 Kcal/100 g | 448 Kcal/100 g | 104 kcal | 19 % |
Leider gibt es keine gute Lösung, um den Anteil an Fett von Schokolade zu ersetzen oder zu vermindern (um den Gehalt an Kalorien weiter zu vermindern).
Ist Maltitol für Diabetiker geeignet?
Da Diabetiker
Probleme damit haben, den Glucosegehalt in ihrem Blut
stabil zu halten, ist der Verzehr von Kohlenhydraten
(Art und Menge der Kohlenhydrate) sehr wichtig für sie.
Sehr viele Diabetiker essen lieber Schokolade ohne
Zusatz von Zucker, selbst wenn der GI normaler
Schokolade nahe legt, dass er für sie unschädlich ist.
33. Woher kommt der ausgezeichnete Ruf der belgischen
Schokolade?
1. Subjektiv:
Der Belgier isst gerne und gut. Die Grundprodukte der Schokolade müssen folglich gut sein.
2. Objektiver:
a. In Belgien ist
die Zusammensetzung der Schokolade schon seit langem
reglementiert.
Die belgische Schokolade wurde schon 1884 gesetzlich
geregelt: Jedes mit Schokolade bezeichnete Produkt
musste mindestens 35% reinen Kakao enthalten.
1924 wurde die Zusammensetzung gesetzmäßig definiert.
Eine Schmelzschokolade (schwarz) musste 45% Kakao, 50%
Zucker und 5% verschiedene trockene Stoffe enthalten.
b. Das Mahlen
In Belgien wird die Schokolade auf 15 bis 18 Mikron
gemahlen. Dies liegt unter dem Empfindungsgrad der
Geschmackspapillen der Zunge. Sie haben folglich kein
körniges Gefühl im Mund, wenn die Schokolade auf der
Zunge schmilzt.
c. Wahl der Bohnen
Traditionsgemäß arbeiteten belgische
Schokoladenfabrikanten immer mit Kakaobohnen hoher
Qualität. Sie verkaufen preislich ungebundene
Qualitätsschokolade.
Eine Gesellschaft wie Côte d'Or hat als eines der
Prunkstücke belgischer Schokolade im Laufe der Jahre
bestimmt dazu beigetragen, den köstlichen Geschmack der
belgischen Schokolade zu definieren.
d. Die Praline
Ein angenehmes und leicht zu essendes Produkt.
Ihr Geschmack kann mit verschiedenen Füllungen angepasst
werden.
1912 von Neuhaus in Belgien erfunden.
Die Praline wurde zu einem typisch belgischen Produkt.
Der Beitrag der Praline zum Renommee der belgischen
Schokolade ist unbestritten.
3. Andere Faktoren, die eine Rolle gespielt haben können
a. Derselbe Neuhaus erfindet 1915 mit seiner Frau den Ballotin, der die Verpackung verbessert und den Transport erleichtert.
b. 1935 erfindet Basile Kestekidès, der Neffe des Gründers von Leonidas, die Manon. Eine dicke Praline, umhüllt mit weißer Schokolade, die zweifellos zum Verzehr der weißen Schokolade mit ihrem köstlich milchigen Geschmack beigetragen hat.
c. Die Gesellschaft Leonidas eröffnet 1936 am Boulevard Anspach einen ersten Laden mit nach außen offener Verkaufstheke. Dieses Konzept des Straßenverkaufs ist der Anfang des Erfolges von Leonidas, was mit dieser Qualität zu moderaten Preisen unbestritten zum Renommee der belgischen Praline und somit auch dieser Schokolade beigetragen hat.
4.
Belcolade Export
Belcolade und andere Fabrikanten von Deckschokoladen
exportieren ihre Qualitätsschokolade in alle Länder der
Welt. Auch dies trägt sicherlich zum guten Ruf der
belgischen Schokolade bei.
34. In spanischer Schokolade getauchtes Gebäck
Schon seit einiger Zeit fragten wir uns, welches Gebäck
auf dem Mosaik abgebildet sein könnte, wovon Kopie anbei,
das aus dem Jahre 1750 stammt.
Es ist im
Keramikmuseum von Barcelona ausgestellt.
Daher ist es logisch, dass wir unsere
Informationen in dieser Stadt fanden.
Man sagte uns, es waren
- in Madrid die "Churros", die in den Kakao getaucht wurden. Dies macht man in Spanien übrigens immer noch;
- auf Mallorca die "Ensaimadas", zubereitet mit Schmalz mit dem arabischen Namen "Saïm". Diese Spezialität stammt folglich aus der Zeit der arabischen Invasion in Spanien;
- in
Barcelona die "Melindros", eine Art Löffelgebäck,
aber weicher und etwas konsistenter.
35. Rainforest Schokolade?
Choco-Story hat jetzt aus dem großen Sortiment an
Deckschokoladen, das der belgische Schokoladenproduzent
Belcolade anbietet, zwei neue Schokoladen mit dem Label
"Rainforest" ausgewählt: die Costa Rica 38 (Milch) und
64 (Dunkel).
Diese Schokoladen werden ausschließlich aus Bohnen
hergestellt, die aus diesem Land stammen und mit "bio"
und "Rainforest Alliance" zertifiziert sind.
Diese Zertifikation gefällt uns sehr, denn sie geht weit
über die einfachen Konzepte des herkömmlichen Fair
Trades hinaus.
Das Label "Rainforest Alliance" ist die Garantie dafür,
dass
- der Anbau des Kakaos unter Rücksichtnahme auf den
Tropenwald stattfindet
- die Bauern einen höheren Preis für ihre Produktion
erhalten und Zugang zu Fortbildung haben
- die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter
verbessert werden, sie korrekte Gehälter erhalten, ihre
Arbeitsbedingungen akzeptabel sind und von
Gesundheitspflege begleitet werden und sie Zugang zu
Ausbildung haben
- die Qualität der Kakaoprodukte sich konstant
verbessert
36. Botanische Info über Kakao
Der Kakaoboom gehört zur Familie der Sterculiaceae.
Das Genus ist Theobroma.
Zur Familie der
Sterculiaceae gehören auch noch die Gewächse
Guazuma und Sterculia.
Das Genus
Theobroma umfasst 22 Spezies, worunter:
Theobroma bicolor oder Pataste,
Theobroma grandiflorum oder Cupuaçu,
und vor allem Theobroma cacao.
Theobroma cacao
hat 2 Subspezies oder Untersorten:
Theobroma cacao ssp. cacao = Criollo,
Theobroma cacao ssp. sphaerocarpum = Forastero.
Man hört teils
auch noch die Ausdrücke Es sind sich wohl alle darüber einig, dass das Wort Praline vom Namen des Maréchal de Plessis-Praslin kommt, dessen Koch eine in kochendem Zucker gebrannte Mandel erfand, die er Praline nannte, wobei in französischen Nachschlagewerken allerdings noch eine andere Erklärung für das Verb „praliner“ zu lesen ist. Denn „Pralinage“ bedeutet auch Einschlämmen, ein Verfahren beim Ackerbau, bei dem man die Wurzeln eines jungen Baums, den man pflanzt, oder die Samen, die man sät, mit einer Mischung aus Erde und Dünger umgibt, da diese Substanz gegen Parasiten schützt.
- Cultivar: das bedeutet Varietät
- Klon: das ist eine Kopie
- Hybride: das ist eine Kreuzung.
37. Das Wort Praline