Die Heimat der Inkas, des Cocas und heute auch des Kakaos
Schon immer haben die Indianer der Anden Cocablätter
gekaut, um den Hunger zu stillen oder Kraft zu erhalten, wenn
sie lange Reisen antraten oder in den Gebirgen arbeiteten.
Der Cocastrauch wird schon seit Jahrhunderten angebaut.
Durch besondere Bearbeitungs- und Extraktionstechniken ist
es aber erst vor gar nicht so langer Zeit gelungen, hieraus
das gefährliche Kokain zu gewinnen.
Im Rahmen von Programmen zum alternativen Anbau, die von
der UNO finanziert werden, hat sich der Kakaoanbau entwickelt.
Der Kakaoanbau besteht bereits seit einem Jahrhundert in Peru,
wurde jedoch lange Zeit vernachlässigt.
Bis heute konnte noch nicht nachvollzogen werden, ob die Inkas bereits Kakao kannten und verzehrten. Choco-Story, das Museum für Schokolade, setzt seine diesbezüglichen Nachforschungen übrigens fort.
Das Außergewöhnliche an den Kakaobohnen ist, dass
sie Hitze und längeren Transporten standhalten.
Diese beiden Faktoren spielen eine große Rolle in der
Geographie Perus und hinsichtlich des schlechten Zustands
des Wegnetzes.
Hilfsprogramme sollten daher in erster Linie darauf abzielen, das Straßennetz in Stand zu setzen.
Wo wird im Peru Kakao angebaut?
Wie Sie auf der Karte sehen können, wird der Kakao vor allem in der Region zwischen der Anden und Amazonien angebaut.
Die hauptsächlichen Kakaoanbauzonen sind (von Nord bis
Süd):
- San Ignacio, Jaén, Bagua Grande Bambamarca (Cajamarca)
- Tarapoto, Juanjui (San Martin)
- Tocache, Tingo Maria (Huanuco)
- Satipo (Junin)
- Valle del rio Apurimac (Ayacucho)
- Valle del rio Urubamba, Quillabamba (Cuzco)
- Rio Huari (Puno)

Verschiedene Kooperativen sammeln dort die getrockneten Bohnen
und verkaufen sie weiter oder stellen Kakaopaste, Kakaopuder
und -Butter, Tafelschokolade oder Schokoladenpulver zum Trinken
her.
Im Peru werden jährlich rund 28.000 T Kakaobohnen produziert.
In der Region von Tingo Maria und Tocache liegt der Ertrag
pro ha zwischen 500 und 1.500 kg/ha.


Der Vorsitzende, Herr Cerafin Vargas, und
der Direktor, Herr José Mejia, der Kooperative
von Naranjillo mit Herrn Eddy Van Belle, Herrn Ricardo
Alessandri und Herrn Pierre Daive von Puratos, sowie mehreren
Verantwortlichen von Kooperativen Perus.

Aufgrund der kurzen Abstände zwischen den Bäumen
hatten wir den Eindruck, als stünden besonders viele
Bäume auf einem Hektar. Uns wurde erklärt, dass
zwischen 800 und 1.000 Bäume/ha gepflanzt werden.
Solange die Kakaopflanzen jung sind, spenden Mais- und Bananenbäume den notwendigen Schatten.
Cocapflanze

Kleine Kakaobäume

Später übernehmen Bäume wie die Mandarinenbäume, Guaba (s. Foto) und Pacay (s. Foto) diese Rolle.



Die am meisten angebaute Kakaosorte ist die Sorte CCN 51, die aus Ekuador stammen soll.
Die Kakaoschote ist groß und dunkelrot (wenn sie nicht
reif ist). Sie färbt sich gelb-orange, wenn sie reif
ist.

Kakaosorte CCN 51

Wir haben ebenfalls glatte Kakaoschoten gesehen, die grün
sind, wenn sie nicht reif sind, und gelb werden, wenn sie
reif sind (s. Fotos).
Außerdem gab es grüne Schoten mit rauer Oberfläche,
die sich leicht gelblich färben, wenn sie reifen.
Zuerst dachten wir, auf Criollo gestoßen zu sein, aber
leider waren die Bohnen von innen violett gefärbt (s.
Fotos).



Die Kakaobäume können von drei Krankheiten befallen
werden:
1. Moniliasis: Dieser Pilz verursacht die Fruchtfäule
(s. Foto)
2. Escoba de brujas zerstört die Äste, die kleinen
Blüten und Früchte
3. Phytophthora verursacht Fruchtfäule

Moniliasis

Escoba de brujas

Phytophthora
Zur Bekämpfung dieser Krankheiten bestehen mehrere Lösungen:
- Die Kakaobäume werden auf 2 bis 3 Meter geschnitten,
um der Sonne Platz zu lassen
- befallene Früchte werden entfernt
Die Düngung oder auch abono ist sehr wichtig. Sie besteht
aus:
- Guano, Vogeldung von den Inseln nahe Paracas
- gemahlenes Phosphorgestein
- Abono, Dung, der vom Bauern hergestellt wird (s. Fotos)
mit entleerten Schoten, Kuhmist, etc.
Die Herstellung dauert 3 Monate. Alle 14 Tage muss der Dung
gemischt werden und werden Luftlöcher gestochen.

Abono

Die Ernte
Die Haupternte findet von April bis Juli statt.
Der CCN 51 bietet während der Hochsaison einen Ertrag
von +/- 100 bis 120 Früchten pro Baum und von 40 Früchten
in der Nebensaison.
Pro Frucht oder Schote werden 40 bis 60 Bohnen gezählt.
Das hängt von der Pflege der Kakaobäume durch den
Bauer und vom Boden ab.
Die Gärung
Was wir gesehen haben (s. Fotos) ist recht unentwickelt und
müsste standardisiert werden.
In der Regel wird nach zwei Tagen Gärung in einem luftdichten
Umfeld die Temperatur von 50 ° erreicht und wird der Keim
getötet.
Dann wird die Masse drei Tage gegärt, indem sie jeden
Tag umgerührt wird.

Gärung

Der Keim lebt noch

Trocknung gegärter Bohnen

Gegärte und getrocknete Bohne, der Keim ist abgetötet

Abenteuer vor Ort
Die Reisen durch die Kakaoregion können manchmal auch
abenteuerlich sein. Die Straßen sind schlecht, voller
Schlaglöcher und es geht nur langsam voran.
Hinzu kommt, dass die Regenfälle Erdrutsche (huaicos)
verursachen, so dass die Reisenden ihr Gepäck zu Fuß
über die Erdhaufen tragen müssen, die den Autos
und Lkw den Weg versperren.
Huaico




Weitere Hürden auf dem Reiseweg
Durch den Regen und die Hitze sind die Abende manchmal belebt, die Nächte dafür jedoch umso friedlicher. Auf den Fotos sind die Opfer eines harten Kampfes sowie die Tatwaffe zu sehen.

Belebter Abend
Hier etwas für die Hundeliebhaber: der Hund des Perus,
der calatito (oder ohne Fell).

... und nun für die Vogelliebhaber: ein Foto des Papageis choroy.

Auf dem Markt von Tocaché wird Ponche mit liquado
de yuca zubereitet, eine Flüssigkeit, die aus der Gärung
des Yucas gewonnen wird.
Man fügt noch zu Schnee geschlagenes Eiweiß mit
Vanilleextrakt hinzu sowie Zucker und ein Eigelb, und fertig
ist das Getränk.

Treffen mit einer außergewöhnlichen Dame
Mit 3 Restaurants, einem Saal für Fernsehaufnahmen und ihrem kulinarischen Programm, 3 Rezeptbüchern in einem 1 Jahr, 200 Angestellten und 3 Kindern kann man zweifellos von einer Meisterleistung reden - selbst wenn der Mann ebenfalls tatkräftig zugreift.
Frau Sandra Pierantoni de Plevisani ist von den Schokoladen von Belcolade beeindruckt, die im Peru durch Puratos del Peru vertrieben werden.

Frau Sandra Plevisani, eine bemerkenswerte Frau
Hier einige mit Liebe verzierte Pralinen und ein Schokoladendessertteller,
einer der Besten, den wir bis heute kosten durften: unbeschreiblich
luftiger Schokoladenkuchen und köstliches Schokoladen-Ganache-Eis.
Einfach vorzüglich!


Für alle, die Lima besuchen möchten:
La Trattoria di Manbrino
Manuel Bonilla 106
Miraflores
Lima 18
Peru